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(Atem)übungen bei Angst: Wege zu mehr Selbstakzeptanz und innerer Stärke

Aktualisiert: 30. Juli

In unserer schnelllebigen, reizüberflutenden Welt – geprägt von ständiger Erreichbarkeit, Leistungsdruck, sozialen Medien und globalen Krisen – fühlen sich viele Menschen überfordert, was zu psychischen Belastungen wie Ängsten und Panikattacken führen kann. Angst ist ein intensives Gefühl, das uns körperlich und emotional stark belasten kann. Sie kann die Lebensfreude trüben und Momente schaffen, in denen alles zu viel erscheint. Kein Wunder, dass wir Angst oft vermeiden oder unterdrücken möchten.

Doch ein erster, heilsamer Schritt ist, Angst anzuerkennen – als natürliches Gefühl, das kommt und auch wieder geht. Angst hat eine Funktion und sie birgt auch eine Ressource: Menschen mit starken Ängsten sind oft sehr feinfühlig, tief empfindsam – und erleben Liebe, Freude und Mitgefühl besonders intensiv. Wenn wir erkennen, dass hinter der Angst auch innere Kraft liegt, kann ein neues Verständnis entstehen. Dann beginnt der Weg zu mehr Selbstannahme und innerer Stärke.


Angst verstehen, annehmen, wieder gehen lassen

Der wichtigste Schritt im Umgang mit Angst ist Akzeptanz. Angst gehört zum Leben – auch wenn sie sich gerade besonders herausfordernd anfühlt. Statt sie zu bekämpfen oder zu verdrängen, hilft es, eine liebevolle, mitfühlende Haltung einzunehmen. Du bist auch mit Deiner Angst in Ordnung. Du bist wichtig und wertvoll – genau so, wie Du bist. Angst ist ein intensives Gefühl – und ein wichtiges. Sie zeigt uns auf, dass uns etwas wichtig ist, warnt uns, schützt uns und macht uns aufmerksam. Doch sie ist kein Dauerzustand. So heftig sie auch erscheinen mag: Angst kommt – und sie geht auch wieder. Du musst ihr nicht entkommen. Du darfst sie durch dich hindurchfliessen lassen und immer wieder zum Vertrauen finden. Da ist immer sowohl Angst, als auch Vertrauen. Vertrauen, dass du sicher bist, in diesem Moment, vertrauen in deine eigene Kraft.

  • Erkenne an, dass Du gerade Angst erlebst. Wende Dich Dir selbst zu – mit Verständnis, nicht mit Kritik.

  • Erinnere Dich: Du bist nicht allein. Viele Menschen machen ähnliche Erfahrungen.

  • Sprich mit einer vertrauten Person oder hole Dir professionelle Unterstützung.


Angst regulieren – über den Körper und die Atmung

Angst ist eng mit unserem Nervensystem verbunden. Das bedeutet: Du kannst über einfache körperliche Übungen gezielt Einfluss nehmen – und Momente von Sicherheit und Vertrauen schaffen.

1. Bodenkontakt spüren

Stell Dich hin oder setz Dich. Spürst Du den Boden unter Deinen Füssen? Oder die Sitzfläche unter Dir? Das bewusste Wahrnehmen von Schwerkraft und Kontakt wirkt beruhigend und gibt ein Gefühl von Stabilität. Übe das immer wieder – im Alltag, wo auch immer Du bist.

2. Länger ausatmen

Der Ausatem aktiviert den Teil Deines Nervensystems, der für Entspannung und Vertrauen sorgt. Lass den Atem bewusst ausströmen und spüre die Bewegung in Deinem Bauch.

3. Den Raum erkunden

Schau Dich um. Was siehst Du? Etwas Schönes, etwas, das Dir guttut? Visuelle Reize können das Gefühl von Sicherheit stärken.

4. Beruhigende innere Sätze

Sprich mit Dir selbst – ruhig, freundlich und klar. Sag Dir zum Beispiel, dass Du gerade hier bist, dass Du in diesem Moment sicher bist. Dass es schwer sein darf und dass es vorbeigehen wird. Und dass Du schon vieles geschafft hast.

5. Sanfte Bewegung

Bewege Deinen Körper intuitiv, dehne dich, schüttle Dich oder klopfe Dich sanft ab. Bewegung hilft, Stress abzubauen und das Nervensystem zu regulieren.


Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

Sprich mit Dir so, wie Du mit einem lieben Menschen sprechen würdest. Angst zu haben bedeutet nicht, schwach zu sein. Du bist auch mit Angst liebenswert, wertvoll und stark.

Es ist in Ordnung, wenn nicht alles leichtfällt – unsere Welt ist herausfordernd. Du darfst Dich in jedem Moment selbst unterstützen und du verdienst in jedem Moment dein eigenes Mitgefühl.


Du musst nicht alles allein schaffen

Es gibt viele Wege, mit Angst besser umzugehen – und Du musst sie nicht allein gehen.

Besonders hilfreich ist Co-Regulation: das gemeinsame Spüren, Atmen oder Sprechen mit einem Menschen, der präsent ist und Dir wohlwollend begegnet.

Körperarbeit – zum Beispiel Atembehandlungen oder achtsame Atemübungen – kann helfen, neue innere Sicherheit zu entwickeln und wertvolle Ressourcen zu entdecken.

Sehr gerne unterstütze ich Dich auf Deinem Weg im Umgang mit Ängsten und Stress – hin zu mehr Selbstvertrauen, Stabilität und Leichtigkeit.

Melde Dich gern für ein unverbindliches Gespräch oder einen ersten Termin!


 
 
 

1 Kommentar


Peter
25. Juli

ausgezeichnet geschrieben und übersichtlich dargestellt.

ree

sehr hilfreiche gedanken zum umgang mit der angst.


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Atemtherapie, Krankenkassen anerkannt, Zusatzversicherung, Burnout, Angst, Schlafprobleme

Evelyn Zwicky

Praxis für Körper- und Atemtherapie

Dipl. Atemtherapeutin Middendorf

KomplementärTherapeutin OdA KT

Krankenkassen anerkannt

Untertor 14

8400 Winterthur

079 536 84 23

 

 

©2023 Evelyn Marina Zwicky

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