(Atem)übungen bei Ängsten: Wege zu mehr Selbstakzeptanz und innerer Stärke
- Evelyn Zwicky
- vor 3 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
In unserer schnelllebigen, reizüberflutenden Welt – geprägt von ständiger Erreichbarkeit, Leistungsdruck und globalen Krisen – fühlen sich viele Menschen überfordert, was zu psychischen Belastungen wie Ängsten und Panikattacken führen kann. Angst ist ein intensives Gefühl, das uns körperlich und emotional stark belasten kann. Sie kann die Lebensfreude trüben und Momente schaffen, in denen alles zu viel erscheint.
Ein erster, heilsamer Schritt ist, Angst anzuerkennen – als natürliches Gefühl, das kommt und auch wieder geht. Angst ist ein intensives Gefühl – und ein wichtiges. Sie zeigt uns auf, dass uns etwas wichtig ist, warnt uns, schützt uns und macht uns aufmerksam. In einem gesunden Mass dient uns Angst, in einem Übermass lähmt sie uns. Menschen mit starken Ängsten sind oft sehr feinfühlig und tief empfindsam und erleben dafür auch andere Gefühle wie Liebe, Freude und Mitgefühl besonders intensiv. Wenn wir erkennen, dass hinter der Angst auch innere Kraft und Ressourcen liegen, kann ein neues Verständnis entstehen. Dann beginnt der Weg zu mehr Selbstannahme und innerer Stärke.
Angst verstehen, annehmen, wieder gehen lassen
Der wichtigste Schritt im Umgang mit Angst ist Akzeptanz. Angst gehört zum Leben – auch wenn sie sich gerade besonders herausfordernd anfühlt. Statt sie zu bekämpfen oder zu verdrängen, hilft es, eine liebevolle, mitfühlende Haltung einzunehmen. Du bist auch mit Deiner Angst in Ordnung. Du bist wichtig und wertvoll – genau so, wie Du bist. Über das Akzeptieren der Angst, kann sie auch wieder gehen. Was wir bekämpfen in uns wird stärker, wenn wir ja sagen können zu diesem herausfordernden Gefühl, für uns sorgen können, kann es wieder leichter werden. Deine Kraft, dein Vertrauen wird wieder spürbar, die auch immer da sind.
Angst regulieren – über den Körper und die Atmung
Angst ist eng mit unserem Nervensystem verbunden. Das bedeutet: Du kannst über einfache körperliche Übungen gezielt Einfluss nehmen und Momente von Sicherheit und Vertrauen schaffen.
1. Bodenkontakt spüren
Stell Dich hin oder setz Dich. Spürst Du den Boden unter Deinen Füssen? Oder die Sitzfläche unter Dir? Das bewusste Wahrnehmen von Schwerkraft und Kontakt wirkt beruhigend und gibt ein Gefühl von Stabilität. Übe das immer wieder – im Alltag, wo auch immer Du bist.
2. Länger ausatmen
Der Ausatem aktiviert den parasympathischen Teil Deines Nervensystems, der für Entspannung und Vertrauen sorgt. Lass den Atem bewusst ausströmen und spüre die Bewegung in Deinem Bauch. Bleibe ein paar Atemzüge bei deinem Ausatem und der Bewegung in der Bauchregion.
3. Den Raum erkunden
Schau Dich um. Was siehst Du? Etwas Schönes, etwas, das Dir guttut? Visuelle Reize können das Gefühl von Sicherheit stärken.
4. Beruhigende innere Sätze
Sprich mit Dir selbst – ruhig, freundlich und klar. Sag Dir zum Beispiel, dass Du gerade hier bist, dass Du in diesem Moment sicher bist. Dass die Angst vorbeigehen wird. Und dass Du schon vieles geschafft hast.
5. Sanfte Bewegung
Bewege Deinen Körper intuitiv, dehne dich, schüttle Dich oder klopfe Dich sanft ab. Bewegung hilft, Stress abzubauen und das Nervensystem zu regulieren.
Selbstmitgefühl statt Selbstkritik
Sprich mit Dir so, wie Du mit einer guten Freundin, einem guten Freund sprechen würdest. Angst zu haben bedeutet nicht, schwach zu sein. Du bist auch mit Angst liebenswert, wertvoll und stark.
Es ist in Ordnung, wenn nicht alles leichtfällt – unsere Welt ist herausfordernd. Du darfst Dich in jedem Moment selbst unterstützen und du verdienst in jedem Moment dein eigenes Mitgefühl.
Du musst nicht alles allein schaffen
Es gibt viele Wege, mit Angst besser umzugehen – und Du musst sie nicht allein gehen.
Besonders hilfreich ist Co-Regulation: die gemeinsame Selbstwahrnehmung, gemeinsame Atemübungen oder das Gespräch mit einem Menschen, der präsent ist und dir wohlwollend begegnet.
Körperarbeit – zum Beispiel Atembehandlungen oder achtsame Atemübungen – kann helfen, neue innere Sicherheit zu entwickeln und wertvolle Ressourcen zu entdecken.
Sehr gerne unterstütze ich Dich auf Deinem Weg im Umgang mit Ängsten und Stress – hin zu mehr Selbstvertrauen, Stabilität und Leichtigkeit. Melde Dich gerne für einen Termin oder ein unverbindliches Gespräch!

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